Spaced Repetition einfach erklärt
Du lernst am Abend vor dem Test 40 Vokabeln, schreibst eine gute Note – und zwei Wochen später ist fast alles weg. Das liegt nicht an dir. So funktioniert Gedächtnis. Mit Spaced Repetition, auf Deutsch „verteiltes Wiederholen“, kannst du das ändern.
Warum wir vergessen
Schon im 19. Jahrhundert hat der Psychologe Hermann Ebbinghaus in Selbstversuchen gemessen, wie schnell Gelerntes verloren geht. Das Ergebnis ist als Vergessenskurve bekannt: Direkt nach dem Lernen vergessen wir am schnellsten, danach wird es langsamer.
Die gute Nachricht: Jedes Mal, wenn du etwas wiederholst, kurz bevor du es vergessen hättest, sinkt die Kurve danach langsamer ab. Du kannst dir also mit jeder Wiederholung mehr Zeit bis zur nächsten lassen.
Die Idee: wiederholen, kurz bevor du vergisst
Spaced Repetition nutzt genau das. Statt alles auf einmal zu pauken, wiederholst du jede Karte in wachsenden Abständen:
- Eine neue Vokabel siehst du bald wieder.
- Wusstest du sie, kommt sie erst später wieder – nach einem Tag, dann nach einigen Tagen, dann nach Wochen.
- Wusstest du sie nicht, beginnt sie von vorn.
So verbringst du deine Lernzeit mit den Karten, die noch nicht sitzen, statt immer wieder die, die du längst kannst.
Warum Abfragen besser ist als Durchlesen
Spaced Repetition funktioniert am besten mit Karteikarten: Vorne steht die Frage, hinten die Antwort. Du versuchst dich zu erinnern, bevor du umdrehst. Dieses aktive Erinnern ist anstrengender als Durchlesen – und genau deshalb bleibt mehr hängen. Wer nur liest, hat oft das Gefühl, etwas zu können, und merkt erst im Test, dass es fehlt.
So rechnet Calligra die Abstände
In Calligra drehst du eine Karte um und sagst ehrlich, ob du die Antwort wusstest. Daraus plant die App die nächste Wiederholung:
| Deine Antwort | Wann die Karte wiederkommt |
|---|---|
| Falsch | nach 10 Minuten |
| Zum ersten Mal richtig | nach 1 Tag |
| Zum zweiten Mal richtig | nach 6 Tagen |
| Danach richtig | jedes Mal deutlich später – bei Karten, die sicher sitzen, etwa im zwei- bis dreifachen Abstand |
Karten, die dir schwerfallen, kommen öfter. Karten, die du sicher kannst, siehst du nur noch selten. Das Verfahren dahinter heißt SM-2. Es wurde Ende der 1980er-Jahre für das Programm SuperMemo entwickelt und steckt bis heute in vielen Karteikarten-Programmen.
In der Praxis: 15 Minuten am Tag
- Jeden Tag ein bisschen ist besser als einmal pro Woche viel. Die fälligen Karten eines Tages sind meist schnell erledigt.
- Ehrlich bewerten: Wenn du nur „fast“ wusstest, war es falsch. Sonst kommt die Karte zu spät wieder.
- Kleine Karten: eine Frage, eine Antwort. Lieber zwei kurze Karten als eine lange.
- Früh anfangen: Wer vier Wochen vor der Klausur beginnt, muss am Ende kaum noch pauken.
Spaced Repetition mit Calligra
Calligra ist eine Karteikarten-App mit genau diesem Wiederholungsplan – kostenlos und ohne Werbung. Dazu bauen wir ein kleines Lerngerät mit E-Ink-Bildschirm, auf dem du deine Karten ohne Handy lernst. Die Ergebnisse gehen zurück in die App, die dann die nächsten Wiederholungen plant.
Weiterlesen: Vokabeln lernen mit Karteikarten: 7 Tipps
Ehrlich gesagt: Wir sind noch unterwegs.
Die App entsteht und wird getestet, das Calligra-Gerät befindet sich in der Entwicklung. Wir nennen deshalb weder Preise noch Termine. Wer mitlesen möchte, trägt sich in die Warteliste ein.